Emmanuel Sauvonnet von neueBeratung GmbH: Unternehmen zukunftssicher machen

Wie begann für Emmanuel der Weg in die Beratung? Was sind aktuelle Fragestellungen, mit denen er heute seine Kunden unterstützt? Gibt es Unterschiede zwischen "großen" und "kleinen" Beratungen? Und was ist Beratung für ihn persönlich? All das und mehr in unserem Interview.

Hallo bei "Nachgefragt" - dem 5-½ Fragen Advisor-Interview von White Label Advisory. Heute mit Emmanuel Sauvonnet, Gründer und Geschäftsführer der neueBeratung GmbH.

 

Hi Emmanuel, direkt zu Beginn ein kleines Warm-Up: Magst du dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Emmanuel Sauvonnet, ich bin Gründer und Geschäftsführer von neueBeratung GmbH, einer auf Innovation und Transformation von Geschäftsmodellen spezialisierte Unternehmensberatung in Frankfurt am Main. Darüber hinaus bin ich Herausgeber des Design Thinking Handbuchs „Wo ist das Problem?“.

Im Vergleich zu manchen Kommilitonen und Kommilitoninnen hatte ich ursprünglich nicht das Ziel, Unternehmensberater zu werden. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war ich zunächst an der Universität Siegen am Lehrstuhl für Organisation und Umweltökonomie und am Institut für Ökologie und Unternehmensführung an der European Business School in Oestrich-Winkel (ebs) beschäftigt. Während dieser Tätigkeit habe ich festgestellt, dass mir Projektarbeit, die Arbeit an Lösungen und vor allem die Arbeit in Teams Spaß macht und dass ich darin auch sehr gut bin. All diese Fähigkeiten braucht es, um ein guter Berater zu sein. So bin ich letztendlich tatsächlich in die Unternehmensberatung gelangt. An der Tätigkeit als Berater schätze ich besonders den Facettenreichtum, die Abwechslung, den Gestaltungsspielraum und dass mich jedes Projekt so viel erfahrener macht und weiterbringt: es gibt immer neue Themen und Märkte, in die ich mich tief einarbeiten kann, immer wieder neue Kunden, die meinen Blick weiter machen und immer wieder tolle Menschen, mit denen und für die ich Probleme lösen, Märkte erschließen, Produkte einführen, Innovationen auf den Weg bringen kann. Ich bin in vielen unterschiedlichen Städten unterwegs und mein Beruf wird niemals langweilig. Man muss, wenn man als Berater oder Beraterin erfolgreich sein will, aber auch bereit sein, sich immer wieder auf neue Menschen, neue Probleme, neue Produkte, neue Märkte einzulassen und offen für neue Themen sein.

Im Jahr 2012 haben Markus Blatt und ich dann entschieden, unser eigenes Beratungsunternehmen zu gründen. neueBeratung. Dieser Name war uns schon einige Jahre zuvor eingefallen. Wir haben uns auf die Themen konzentriert, in denen wir all die Jahre als festangestellte Unternehmensberater zu Spezialisten wurden: Innovationen und die damit verbundenen Innovationsprozesse zu entwickeln und zu begleiten und die Transformation von bestehenden Geschäftsmodellen. Ein zweites Standbein, das sich im Laufe der Jahre entwickelt hat, ist die Methodenberatung. Unser Werkzeugkoffer, mit dem wir all die Jahre arbeiten, ist mittlerweile so groß, dass wir unser Wissen an Lösungsmethoden gerne weitergeben.

Unser Branchen- und Methodenwissen in Verbindung mit unserem stets auf die Zukunftssicherheit des Geschäftsmodells gerichteten Fokus ist sicherlich ein Grund dafür, dass wir von brandeins und statista bereits 6x in Folge in der Kategorie „Innovation und Wachstum“ als eine der besten Beratungen ausgezeichnet wurden. Im dieses Jahr erstmals aufgelegten Berater-Ranking von FOCUS Business: „Top Berater“ wurde unsere mittlerweile fast neun Jahre alte neueBeratung auf Anhieb in drei Kategorien ausgezeichnet: Innovation, Digitalisierung und Telekommunikation.

Das alles und die Leidenschaft, die mein Tun in mir auslöst, motiviert mich täglich, mein Bestes zu geben.

 

Mit White Label Advisory versuchen wir, Beratung neu zu denken. Mit welchen 3 Top-Themen sollte sich Beratung in der Zukunft befassen?

Der ständige und immer schneller werdende Wandel der Gesellschaft, von Produkten und Märkten ist meines Erachtens eine der großen unternehmerischen Herausforderungen. Die Planungs- und Lebenszyklen werden immer kürzer. Als Unternehmen muss man darauf vorbereitet sein und sich und die Geschäftsmodelle entsprechend ausrichten. Dazu haben wir auch ein eigenes neueBeratung-Vorgehensmodell entwickelt, in dem wir die Geschäftsmodellentwicklung mit Design Thinking erfolgreich kombinieren.

 

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Mit der Methode Design Thinking soll das jeweils zu lösende Problem durch die Augen des Nutzers betrachtet werden. So stehen Nutzerwünsche- und Bedürfnisse sowie kundenausgerichtete Innovationen im Zentrum dieses praxisnahen Ansatzes. Möglich wird dies durch stetige Rückkopplung und wiederholtes Testen der Idee.

 

Wir unterstützen unsere Kunden, mit agilen Methoden diesen Herausforderungen zu begegnen und Lösungen zu finden. Dafür nutzen wir z.B. Design Thinking als Methode und haben mit unserem Buch „Wo ist das Problem?“ vor 7 Jahren eines der zu diesem Thema meistgekauften deutschsprachigen Fachbüchern herausgegeben.

Momentan stellen wir fest, dass die bisher bestehenden Managementzielsysteme immer mehr an ihre Grenzen kommen. Deshalb führen wir bei mehreren Kunden “Objectives and Key Results” (OKR) ein.

Neben dem ständigen Wandel und der Geschwindigkeit mit der letzterer kommt, ist es die Digitalisierung der Arbeitswelt, mit der viele Unternehmen konfrontiert sind und auf die man sich einlassen muss. Vor allem in diesem und im letzten Jahr haben viele Unternehmen intensive Erfahrungen mit dem Thema Homeoffice gemacht. Nun stellt sich für viele Unternehmen die Frage: Sollen die Mitarbeiter zurück ins Büro – oder eben auch nicht? Auf solche Fragestellung mit unseren Kunden an intelligenten Lösungen zu arbeiten, ist eine weitere wichtige Aufgabe, mit der wir uns seit einigen Monaten intensiv befassen.

 

Beratung ist People-Business. Auch wenn digitale Vertriebs- und Beschaffungswege dabei helfen, die passende Beratungsleistung einzukaufen, arbeiten am Ende immer Menschen miteinander. In welchen Projektsituationen - im Positiven wie im Negativen - spielte der "persönliche Fit" die entscheidende Rolle?

Entscheidend ist es für mich, auf Augenhöhe mit Kunden zu arbeiten, zu agieren, zu diskutieren und vor allem gemeinsam an den Projektthemen zu arbeiten. Der arrogante, hochnäsige Berater hat (endlich) ausgedient (der war ich aber auch nie!). Vielmehr geht es heute darum, Stärken zu stärken. Der Kunde bringt das Markt- und Unternehmens-Knowhow mit; wir bringen die Methodenkompetenz und viel Expertise aus vergleichbaren Projekten - sei es aus der gleichen Branche oder auch branchenübergreifend mit. Diese Art der Zusammen- und Beratungsarbeit sorgt zumeist dafür, dass Wissen, Ideen und Methodenkompetenz sich bündeln und Projekte erfolgreich werden.

Bei einem Projekt, an das ich besonders gerne zurückdenke, ging es um die Entwicklung eines neuen Produktes. Der Impuls für das Projekt kam aus dem Marketing des Unternehmens. Das Unternehmen wollte auch unbedingt einmal „etwas Neues“ ausprobieren und ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, dass wir die (Neu-)Produktentwicklung im Rahmen eines Design Thinking-Prozesses durchzuführen.

Ein zentraler Bestandteil des Design Thinking Prozesses ist es, in interdisziplinären Teams zu arbeiten. Wir wollten also in diesem Projekt neben dem Team Marketing noch das Team Vertrieb und die Produktion in das Projekt einbinden. Nach langen unternehmensinternen Diskussionen wurden die anderen Fachbereiche angefragt und haben ihre Bereitschaft bekundet, mitzuarbeiten. Als im Projekt- Kickoff der Vertriebsleiter gleich zu Anfang des Termins bat, das Wort „zu bekommen“ und sich bedankte, dass es das erste Mal sei, dass ein Projekt interdisziplinär und abteilungsübergreifend initiiert wurde, habe ich mich gefreut, dass die Diskussionen im Vorfeld sich gelohnt haben. Denn so hatte ich schnell alle Abteilungen „mit an Bord“ und wir hatten schnell einen breiten Blick auf alle produktrelevanten Punkte und schnell ein gemeinsames Verständnis.
Das Produkt wurde letztlich erfolgreich eingeführt und hat die Umsatzerwartungen bis heute deutlich übertroffen. Wir arbeiten heute noch gerne und regelmäßig mit diesem Kunden zusammen.

 

Bei White Label Advisory finden Klienten hauptsächlich mittelständische Beratungsunternehmen. Was ist für dich - neben der offensichtlichen Größe - ein wesentlicher Unterschied zu den "Big Playern" im Beratungsmarkt? Und was schätzen eure Kunden in der Zusammenarbeit mit euch?

Uns als eher kleines und spezialisiertes Beratungsunternehmen gelingt es meines Erachtens nach besser, auf die Kunden und deren individuellen Bedürfnisse einzugehen. Wir sehen uns und sind immer Teil des Projektteams und wir identifizieren uns auch stark mit unseren Kunden. Das führt dazu, dass wir meist sehr lange Kundenbeziehungen pflegen und wir eine sehr tiefe Vertrauensbeziehung pflegen. Als neueBeratung sind wir inhaltlich sehr spitz aufgestellt und stehen für Innovation und Transformation von Geschäftsmodellen. Kunden wissen deshalb auch genau, wann sie auf uns zukommen und uns mandatieren.

Angenommen, du könntest einmalig die Titelseite einer großen Tageszeitung bestimmen und hättest somit die Möglichkeit, Millionen Menschen in Deutschland zu erreichen. Was würdest du tun?

Ich würde einen Artikel veröffentlichen, bei dem es um unternehmerischen Mut geht. Über die Entscheidungen, die Unternehmer und Unternehmerinnen einerseits täglich zu treffen haben und andererseits, um die strategischen Entscheidungen, die Unternehmer und Unternehmerinnen treffen müssen, um ihr Unternehmen langfristig erfolgreich aufzustellen. Dafür gibt es viele gute Beispiele in großen und kleinen Unternehmen, vor allem aber in mittelständischen Unternehmen. Die Überschrift die ich gerne schreiben würde: „Unternehmer und Unternehmerinnen = Mut“.

Beenden möchten wir unser Interview mit der offenen Nachfrage, was Beratung für dich persönlich bedeutet – und einer Antwort, die beginnt mit: "Beratung ist ..."

Beratung bedeutet, Unternehmen dabei zu unterstützen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

Lieber Emmanuel, vielen Dank für deine Zeit, die spannenden Einblicke in deinen Beratungsalltag und deine Sicht auf den Beratungsmarkt.

 

Mehr über Emmanuel Sauvonnet erfahren Sie auf seinem LinkedIn-Profil. Schauen Sie außerdem gerne auf der Seite von neueBeratung zum Thema "Design Thinking" vorbei um zu erfahren, wie dieses methodische Konzept als ganzheitliches Management-Paradigma verstanden werden kann.

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